Ahueni

Ahueni ist eine in der Schweiz beheimatete Aktiengesellschaft, die Non-Profit-Status genießt und an der Entwicklung von Projekten im Bereich von CO2-Zertifikaten beteiligt ist. Die Weitblick GmbH ist einer von fünf internationalen Impact-Investoren, die das Ahueni Programm initiiert haben.

Die Stärke von Ahueni ergibt sich aus der Fähigkeit, sehr unbürokratisch schnell finanzielle Mittel beschaffen zu können. Die Mission von Ahueni ist es, ein mitbeteiligter Partner in der Projektentwicklung zu sein und durch dieses Engagement qualitativ hochwertige CO2-Zertifikate in Übereinstimmung mit den UNFCCC Standards einem wachsenden Netzwerk ausgewählter Käufer im Bereich des CO2-Ausgleichs zur Verfügung zu stellen. Wesentlich ist dabei immer eine Berücksichtigung lokaler Gemeinschaftsinteressen und ein tiefer Respekt für das Ökosystem.

Keywords:

Umweltschutz, CO2-Zertifikate, Entwicklungszusammenarbeit

Ausgangssituation

  • Durch den Druck der Vereinten Nationen im Anschluss an das Kyoto Protokoll 2005 und später das Pariser Klimaübereinkommen 2015 suchen Staaten und Großunternehmen nach Möglichkeiten, ihren negativen CO2-Fußabdruck durch den Kauf von Zertifikaten in verschiedenen CO2-Emissionsprogrammen auszugleichen.
  • Das Pariser Übereinkommen sieht ambitionierte Ziele für die Reduktion von Treibhausgasen – insbesondere von CO2 – vor, um die Klimaerwärmung einzudämmen. In vielen Industriezweigen werden große Anstrengungen unternommen, Emissionen zu reduzieren, und auf vielen Gebieten werden Fortschritte gemacht, dennoch ist es unmöglich, die Emissionen auf ein vorindustrialisiertes Niveau zu senken. Deshalb müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um diese Gase aus der Luft in eine feste Form abzusondern.
  • In Kenia befindet sich das berühmte Maasai Mara Nationalreservat, das jedes Jahr tausende Touristen anzieht, die kommen, um die Natur, die wilde Tier- und Pflanzenwelt und die Maasai-Kultur zu bewundern. An der Nordgrenze des Nationalreservats befinden sich circa 20 Gemeinschaften zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt (Conservancies), es ist die Heimat der Maasai, denen auch dieses Land gehört. Diese Gemeinschaften sind Mitglieder der Maasai Mara Wildlife Conservancies Association (MMWCA). Hier ist das erste Ahueni-Projekt angesiedelt.

Lösungsansatz

  • Um mehr CO2 aus der Luft in den Boden einzubringen, kann die Biomasse von Grünpflanzen auf der Erde erhöht werden, oder es können neue Technologien entwickelt werden, die dasselbe tun. Der technische Fortschritt auf diesem Gebiet ist vielfach noch in den Kinderschuhen, deshalb kann nicht auf sie allein vertraut werden, diese Herausforderung zu meistern. Das Pariser Übereinkommen motiviert Regierungen und Industriebetriebe, deren Emissionen mit CO2-Zertifikaten von Projekten auszugleichen, die die Grünvegetation schützen und vermehren.
  • Neben dem technologischen Fortschritt werden also insbesondere gesundes und gedeihendes Grasland und Wälder benötigt. Durch Photosynthese und den natürlichen Kreislauf von Regenartion und Wachstum holen grüne Pflanzen laufend CO2 aus der Luft. Im Gegensatz dazu wird bei Abholzung und landwirtschaftlicher Bodenbearbeitung CO2 in die Luft freigesetzt. Natürliche Beweidungsmuster der wilden Tierwelt sind üblicherweise der Senkung von CO2-Emissionen nicht abträglich – im Gegenteil, dieser natürliche Kreislauf fördert gesunde Böden. Doch Viehbestände, die das existierende Gras völlig abweiden dürfen, können ein Gebiet schnell verschlechtern. Dürrezeiten tragen ein ihres dazu bei.
  • Die Herausforderung im Maasai Mara Ökosystem ist, das was von alten Wäldern übrig ist zu schützen und Lösungen zu finden, bei denen Viehbestände auf eine Art weiden können, die es dem Gras erlauben, zu ruhen und seine Stärke wieder zu gewinnen. Rinder sind der Eckstein der Maasai Kultur, und die Praktiken, einen Betrieb zu führen, müssen mit und von den Maasai entwickelt werden, um eine Win-win-Situation zu schaffen. Gesünderes Gras bedeutet gesündere Rinder. Glücklicherweise ist es eine normale Lebensart der tapferen Maasai, ihre Rinder in der wilden Tierwelt sicher zu hüten und zu beschützen!

Das Projekt

  • Ahueni begann als kleines Aufforstungsprogramm in Talek, Kenia in Zusammenarbeit mit der Basecamp Explorer Foundation. Es wuchs schnell zu einem CO2-Ausgleichsprogramm für die Großregion Maasai Mara. Aus einem Projekt, das Bäume pflanzt, entwickelte sich ein größeres Programm für die Renaturierung eines gesamten Ökosystems, das die natürliche Aufforstung von Wäldern, die Regeneration von zerstörtem Weideland und die Verhinderung von Abholzung beinhaltet.
  • Ahueni sieht mit Weitblick auf die langfristigen Auswirkungen und CO2-Zertifikate als Finanzinstrument, das bleibende Vorteile schafft, die global der Umwelt und lokal der Gemeinschaft zu Gute kommen. Ahueni möchte nicht, dass seine Kund:innen ein Alibi für ihren ökologischen Fußabdruck kaufen, sondern sieht deren Kauf als Beitrag zu einer holistischen Wirtschaftsentwiclklung.
  • Finanziell und organisatorisch von Ahueni unterstützt entwickelt die MMWCA das “One Mara Carbon Project”, um eine zusätzliche Verdienstquelle für die Maasai-Gemeinden zu schaffen, die heutzutage großteils von Einkommen aus dem Tourismus abhängig sind. Das Projekt wird einer Rahmenordnung der Vereinten Nationen im Hinblick auf Bodennutzung und Verbesserung der Biodiversität folgen.
  • Ahueni engagiert sich aktiv und hat die Projektleitung im One Mara Carbon Project inne – dennoch werden derzeit zusätzliche Projekte evaluiert, an denen eine Beteiligung möglich ist.

Die Effekte

Direkte Ergebnisse (Output): Verbesserung in der Beweidung von Landflächen, Aufforstung von Waldflächen, Schutz von bestehenden Waldflächen vor Abholzung, Aufbau von Infrastruktur (Bildung, Gesundheit, Straßen), Schaffung von Arbeitsplätzen

Mittelfristige Auswirkungen (Outcome): Erhöhung der Biodiversität, natürliche Beweidung und Bodennutzung, Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Wanderrouten von Wildtieren, Renaturierung von Brachland

Langfristige Auswirkungen (Impact): Senkung des CO2-Ausstoßes, Bindung von CO2, Bildung auf den Gebieten Ökologie, Landwirtschaft und Betriebsführung, Förderung der Gesundheit in den Maasai-Gemeinden, v.a. von Kindern

Christian Kathan, MA

Ansprechpartner

Christian Kathan, MA

Kooperationspartner

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